26. Januar 2017

Food Assembly: bequem bestellen-regional einkaufen

Seit 2011, dem Gründungsjahr der Organisation "La Ruche Qui Dit Oui" in Frankreich existiert eine Alternative zur Biokiste und zum Wochenmarkt.




Es handelt sich hierbei um eine Online-Plattform, die regionale Erzeuger und Verbraucher zusammenbringt.
Jeder kann sich bei Food Assembly anmelden und entweder selber eine Assembly gründen, oder als Konsument bei einer bereits existierenden  Assembly einkaufen.

Der Betreiber einer Assembly sucht Produkteure aus der Umgebung (innerhalb eines Umkreises von 250 km), welche ihr Angebot auf der Webseite der entsprechenden Assembly einpflegen und der Konsument bestellt. Einmal in der Woche findet die Verteilung, meistens in einer Schule, Turnhalle, Garage o.Ä., statt. Die Produzenten geben dort die Warenbestellungen an die Käufer. 

Für den Bauern ist dieses System insofern interessant, da es Zwischenhändler ausschaltet und er die Entscheidungshoheit darüber behält, was er anbieten möchte und kann, deshalb lohnt es sich besonders für kleinere Betriebe. Er legt den Preis selbst fest und zahlt 16,7% seines Ertrages an die Organisation. Der Käufer erhält Waren, die er sich selbst ausgesucht hat (nicht so wie beim Gemüse-Abo) und sie sind am gleichen Tag geerntet worden - also superfrisch!

Aussschnitt aus der Bestellseite "Gemüse"

Wenn man wissen möchte, ob es in der Nähe des Wohnortes eine Verteilung gibt, muss man sich zunächst als Mitglied anmelden. Das ist kostenfrei, und sollte man keinen günstigen Standort in seiner Nähe haben, kann man sich ebenso schnell und rückstandsfrei aus dem System wieder zurückziehen.


Wenn man sich angemeldet und eingeloggt hat, kann man eine Assembly in seiner Nähe suchen. Ich habe in unserem Beispiel mal Berlin in die Suchfunktion eingegeben:


....und sechs Assemblys gefunden.

Was es in der Assembly zu kaufen gibt, hängt von der Vorauswahl der Produzenten durch den Gastgeber ab. Oft weitet sich das Angebot mit der Zeit aus. Der Gastgeber entscheidet natürlich auch, ob er konventionell hergestellten, oder biologischen Lebensmitteln den Vortritt gibt, was auch von dem Angebot an Bauern im Umkreis von 250 km abhängt.
Darüberhinaus organisiert der Gastgeber gelgegentlich Verköstigungen und Ausflüge zu den Produzenten.  
Von den einbehaltenen 16,7% entschädigt ihn die Hälfte für seine Mühen, die andere Hälfte geht an die Mutterorganisation.

Seit etwa einem Jahr bin ich Mitglied und beziehe mein Gemüse und meine Eier, meine Butter und mein Mehl (in praktischen 3 kg Paketen) nur noch von dort. In meiner Assembly gibt es auch noch viele andere Produkte, wie Brot, Fleisch, Käse, Pilze und auch diverse handwerklich hergestellte Fertiggerichte. Ich bin mit dem System hochzufrieden: Jeden Donnerstagabend habe ich ein Zeitfenster von 2 Stunden währenddessen ich meine Bestellungen abholen kann. Ich halte ein Pläuschchen mit der Organisatorin, frage den Produzenten der Shitake Pilze, ob er auch Erschütterungen simuliert, um die Pilze zum Wachsen anzuregen, oder giggele mit anderen Kunden über die quietschroten Karotten. Das ist richtig nett.

Ich würde mich freuen, wenn das System in Deutschland auch noch mehr Anhänger finden würde, besonders in solchen Gegenden, die keinen Zugang zu frischen, regionalen Erzeugnissen in Form von Wochenmärkten oder Bauernläden haben. Außerdem kann es gewährleisten, dass Kleinbetriebe existieren können

Probiert es mal aus, oder gründet selbst eine Assembly!

Gros bisou
Sandra

P:S: Ich schrieb diesen Artikel ohne Unterstützung der Food Assembly, sondern einfach nur, weil es mir am Herzen liegt!

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